Zündkerzengewindereparatur an einem Z900 Zylinderkopf
Es gibt sehr viele Möglichkeiten der Gewindereparatur, diverse Spiralen, Hülsen oder auch schweißen. Aber aus meiner Sicht ist die Auswahl für die Reparatur eines Zündkerzengewindes eingeschränkt.
Warum?, das reparierte Gewinde sollte bei einem Zündkerzengewinde auch noch Druckdicht sein! Diese Anforderung entfällt bei „normalen“ Gewinden die nur zur Befestigung dienen.
Ich habe mich für die Gewindebuchse „ Time-Sert“ des Herstellers Würth entschieden.
Auf der Homepage (siehe Links) des Herstellers ist eine genaue Anleitung der Vorgehensweise und der Eigenschaften des Gewindeeinsatzes „Time-Sert“ beschrieben.
http://www.wuerth.de/de/produkte/auto/time-vorteile.html
http://www.wuerth.de/de/produkte/auto/time-sert.html
http://www.wuerth.de/de/produkte/auto/time-anwendung.html
http://www.wuerth.de/de/service/wuerth-classic/wuerth_timesert.html
Den Zylinderkopf habe ich gegen verrutschen mit einer Schraubzwinge gesichert.

Das Set „Time-Sert“ zur Gewindereparatur (M14x1.25) besteht aus einem Spezialgewindebohrer, Sitzfräser, Eindrehwerkzeug und Steckschlüssel.

Das Set für die Reparatur von Zündkerzengewinden muss im Gegensatz zu den normalen Gewindereparatur-Sets von „Time-Sert“ nicht zuerst mit einem Bohrer aufgebohrt werden.
Der Gewindebohrer selbst hat einen Anschnitt der sich selbst völlig problemlos zentriert.

Zuerst habe ich den Gewindebohrer mit Schneidöl (zur Not tut es auch ein normales Maschinenöl oder ähnliches) benetzt.
Im Anschluß habe ich den Sitzfräser und den Steckschlüssel auf den Gewindebohrer gesteckt und mit Gefühl den Anschnitt des Gewindebohrers in das beschädigte Gewinde eingedreht.


Ich drehe den Gewindebohrer soweit in das defekte Gewinde, so das der aufgesteckte Sitzfräser noch nicht zum Einsatz kommt.
Jetzt nehme ich den Sitzfräser und den Steckschlüssel ab und drehe mit einem Ringschlüssel noch so weit bis der Gewindebohrer ein paar mm unter der Oberfläche ist.


Jetzt erst stecke ich den Sitzfräser wieder über den Gewindebohrer und drehe mit dem Steckschlüssel den Fräser soweit bis die Vertiefung und die Planfläche fertig ist. Natürlich könnte man auch alles in einem Schritt machen, aber ich finde somit habe ich mehr Gefühl für beide Arbeitsschritte.



Nachdem der Sitz und die Planfläche erstellt sind, nehme ich diesen wieder ab und drehe den Gewindebohrer komplett nach unten durch. Es wäre aber auch möglich diesen zurückzudrehen.


Jetzt wird das Eindrehwerkzeug etwas eingeölt und die Gewindebuchse ein paar mm aufgedreht.


Mit Gefühl ansetzen und zuerst nur mit der Hand zentrieren und soweit drehen bis es zu schwer wird.
Jetzt nehme ich wieder den Ringschlüssel und drehe soweit bis der Bund der Buchse in der Senkung verschwindet und der Bund mit der Oberfläche plan ist.



Jetzt wird noch solange weitergedreht bis der Wiederstand wieder spürbar leichter wird.
Durch diese Maßnahme wird die Buchse nochmal zusätzlich gegen das geschnittene Gewinde gepresst und verdichtet.
Das Eindrehwerkzeug ist leicht ballig deshalb muss weitergedreht werden!





Fertig ist die Reparatur!!
Im Anschluss kann auf der Rückseite eine eventuell überstehende Buchse an die Bodenfläche angepasst werden.
Ich habe schon öfters gelesen das diese Art der Reparatur auch im angebauten/nicht zerlegten Zustand durchgeführt wird. Wenn man nur mit Schneidöl arbeitet fallen doch noch sehr viele Späne nach unten, leider habe ich vergessen davon ein Bild zu machen! Es wird geschrieben man sollte im angebauten zustand mit Fett anstatt Schneidöl arbeiten. Meiner Meinung nach fallen auch mit Fett immer noch Späne wenn auch wenige nach unten. Es könnte sich auch ein Fettklumpen gebunden mit Spänen beim zurückdrehen lösen und nach unten fallen. Ich persönlich würde das Risiko nicht eingehen, da die Späne auch nicht wirklich klein sind!! Entscheiden muss das natürlich jeder für sich selbst. Ich hoffe Ihr könnt mit der Beschreibung etwas anfangen.
Nachteile der beschriebenen Reparatur mit Würth „Time-Sert“
- Das Würth Reparatur–Set ist sehr teuer, ca. 360 € (ohne Gewähr)
- Die Gewindebuchsen sind auch teuer aber das geht noch, ca. 9€ (ohne Gewähr)
Ich selber konnte mir das Werkzeug gegen eine Leihgebühr ausleihen.
Text und Fotos Emmeran Lechner
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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 06. Januar 2010 um 17:53 Uhr